Fünf Jahre Wasserwanderwoche – Gegenwind? Können wir!

Anfang Juli 2026, Grund zu feiern: Unsere Wasserwanderwoche wurde fünf Jahre alt. In diesen fünf Jahren haben wir viele Kilometer gepaddelt, unzählige Eis gegessen, viel gelacht und als Team immer enger zusammengefunden.

Das Wetter hatte allerdings eigene Pläne. Sonne, Regen und Wind wechselten sich munter ab und sorgten dafür, dass wir manches spontan umplanen mussten. Aber genau das gehört inzwischen irgendwie dazu.

Natürlich durfte unser erstes Ritual nicht fehlen: Am Anreisetag ging es mit den Booten Richtung Altstadt zum Eisessen. Nur der Rückweg fiel diesmal etwas länger aus und führte uns über die Alte Spree. Das Eis hatten wir uns danach jedenfalls redlich verdient.

Schon am ersten Tag fiel auf, wie sehr sich das Training der vergangenen Monate gelohnt hat. Was im Training manchmal nach ständiger Wiederholung klingt, funktionierte plötzlich ganz selbstverständlich. Unsere Boote liefen ruhig, gleichmäßig und erstaunlich schnell durchs Wasser. So zügig waren wir noch nie unterwegs.

Das zeigte sich auch auf unserer rund 20 Kilometer langen Tour nach Zeuthen. Weil wir schneller als geplant ankamen, blieb sogar mehr Zeit für eine entspannte Pause bei unserem Lieblingsitaliener. Dort wartete schon das nächste Highlight.

Scheinbar war die Zeit, um Liegestühle ordentlich aufzubauen, dann doch zu kurz? Zwei eben dieser besagten „Teile“ mussten kurzerhand, ihren Dienst quittieren. Nichts passiert, Gelächter groß. Wer auf der Wiese sitzt, kann nicht mehr tief fallen. Verletzt wurde zum Glück niemand – nur die Lachmuskeln der anderen wurden ordentlich beansprucht und mit einem kostenfreien Cappuccino lässt sich eine kleine Bruchlandung dann gut verschmerzen.

Am Freitag packten wir unsere Sachen und machten uns mit den beiden Bussen der UHW- Sozialeinrichtungen (großer Dank an die Geschäftsführerinnen) auf den Weg nach Mirow. Drei Ferienhäuser warteten bereits auf uns – und natürlich die reservierten Boote.

Kaum angekommen, zog es uns aufs Wasser. Oder besser gesagt: Der Wind zog an uns. Das Einsteigen wurde zur Akrobatiknummer und manche Boote sammelten unterwegs fast genauso viel Wasser, wie sie eigentlich verdrängen sollten. Am Ende mussten tatsächlich einige Boote ausgeschöpft werden. Aber wir sind schließlich Wassersportler. Ein bisschen Wasser gehört eben zum Beruf.

Nach diesem feuchtfröhlichen Auftakt zauberte Chefkoch Jörg Siebert gemeinsam mit seinem Küchenteam ein leckeres Abendessen. Danach brauchte niemand mehr eine Einschlafhilfe. Danke Jörg, dass Du nicht nur kochst, sondern Wissen vermittelst!

Am Samstag führte uns unsere Tour durch das wunderschöne Seerosenparadies bis zu „Paddel Paul“. Das Wetter zeigte sich diesmal deutlich freundlicher und der Wind hatte wohl beschlossen, uns eine kleine Pause zu gönnen.

Auf dem Rückweg entdeckten wir einen schmalen Naturkanal, den nur noch wenige Boote befahren. Zwischen Schilf, Seerosen und der herrlichen Ruhe fühlte es sich fast an, als wären wir allein unterwegs.

Fast.

Denn plötzlich sorgte Hasan für den Höhepunkt des Tages. Mit einer eleganten Mischung aus Überraschung und Schwerkraft demonstrierte er eindrucksvoll, warum Schwimmwesten eine wirklich gute Erfindung sind, die Nähe zum Ufer Sinn machen und Dry Bags, Handys und andere Dinge trocken halten könnten. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und schon war das Wasser nicht nur neben, sondern auch unter und über ihm.

Kaum war klar, dass nichts passiert war, konnte niemand mehr ernst bleiben – Hasan übrigens auch nicht. Seit diesem Tag trägt er mit Humor seinen neuen Ehrentitel: „Prince of Rose“. Ein Titel, den man sich auch erst einmal verdienen muss.

Wieder zurück in unserem inzwischen zweiten Zuhause in Grünau machte uns das Wetter erneut einen Strich durch die Rechnung. Unsere geplante Kutterfahrt fiel buchstäblich ins Wasser. Also wurde kurzerhand umgeplant. Statt Wellen gab es großes Kino, anschließend leckeres Essen beim Asiaten und mindestens genauso viele gute Gespräche.

Ein weiterer Wunsch der Gruppe war es, einmal das Bogenschießen auszuprobieren. Nach kurzer Suche fanden wir mit Nele, Sebastian und Nana vom BSV AdW e. V. drei Menschen, die uns mit viel Geduld und großer Begeisterung in diese spannende Sportart einführten.

Erstaunlich schnell zeigte sich, dass in unserer Gruppe ungeahnte Talente schlummern. Einige trafen das Ziel fast wie Profis. Andere trafen… nun ja… zumindest zuverlässig irgendwo in dessen Nähe. Aber genau darum ging es gar nicht. Gemeinsam Neues auszuprobieren, sich gegenseitig anzufeuern und über die eigenen Versuche zu lachen – das machte diesen Vormittag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken und hoffen sehr auf ein Wiedersehen.

Auch nach fünf Jahren ist unsere Wasserwanderwoche viel mehr als eine gemeinsame Paddeltour. Sie ist eine Woche voller Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Jeder übernimmt Verantwortung, jeder hilft mit und jeder trägt dazu bei, dass aus einer Gruppe ein echtes Team wird.

Wenn wir am Ende gemeinsam aufräumen, die Boote verstauen und die Regattastraße wieder ordentlich verlassen, bleibt jedes Jahr das gleiche Gefühl: Dankbarkeit.

Dankbarkeit für einen Ort, an dem wir willkommen sind.

Dankbarkeit für Menschen, die uns unterstützen.

Und Dankbarkeit für eine Woche voller Erlebnisse, über die wir noch lange lachen werden.

Unser herzlicher Dank gilt vor allem der UHW-Förderstiftung und der Geschäftsführung der USE, deren finanzielle Unterstützung eine unverzichtbare Grundlage für die Durchführung der Wasserwanderwoche ist.

Ebenso freuen wir uns über die langjährige Unterstützung der Bäckerei Wendt, die uns jedes Jahr kostenfrei mit frischen Brötchen versorgt und so jeden Morgen für einen gelungenen Start in den Tag sorgt.

Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzte Michael Jahn mit seiner großzügigen Spende. Dank seiner Hilfe konnten wir unsere einheitlichen T-Shirts um passende Jacken ergänzen – ein Beitrag, der nicht nur praktisch ist, sondern auch den Zusammenhalt und den Wohlfühlfaktor unserer Gruppe stärkt.

Eine solche Woche lebt jedoch nicht allein von finanzieller Unterstützung. Hinter den Kulissen investieren wir: Gerd Liskow, Jörg Tobias, Jörg Siebert und ich viele Stunden unserer Freizeit in die Planung, Organisation und Umsetzung der Wasserwanderwoche. Dieses ehrenamtliche Engagement macht es überhaupt erst möglich, dass unsere Beschäftigten Jahr für Jahr unbeschwerte Tage auf dem Wasser erleben können.

Das Zusammenspiel aus finanzieller Förderung, großzügigen Sach- und Geldspenden sowie dem persönlichen Einsatz vieler Beteiligter sorgt dafür, dass für zahlreiche unserer Beschäftigten der einzige Urlaub des Jahres Wirklichkeit wird.

Wir freuen uns schon jetzt auf die Wasserwanderwoche 2027. Denn eines ist sicher: Das Wetter können wir nicht planen – unsere gute Laune schon.

Text und Fotos: Manuela Milbradt